Galgo am Brasselsberg

12 Pfoten

Nun können wir nach drei Monaten mit unserem Whippet Tom erste Erfahrungen wiedergeben. Um es vorauszuschicken - sich vorzustellen, wenn man schon zwei Galgos hat, dass da ein Whippet nicht weiter auffällt, "der läuft dann mal mit" - das ist ein gewaltiger Irrtum!

Das bedeutet nicht, dass er nicht auch eine Bereicherung sein könnte! Und das ist unser Tom in jedem Fall. Er stellt sich inzwischen als vollwertiges Mitglied des Rudels dar, mehr noch, er hat seine eigene Funktion gefunden.

Wir müssen hier zugeben - die Galgos haben es ihm nicht unbedingt leicht gemacht. Während Hendrix sich mit der Würde des Clanchefs absolut zurückhält, hat Gèro am Anfang regelrecht Distanz demonstriert. Er hat komplett sein Verhalten geändert. Bis dahin durchaus noch verspielt, hat er seine Spielkiste keines Blickes mehr gewürdigt und sie kampflos dem Neuen überlassen.

 

 

Hier hat das mit dem Pfotenputzen wohl nicht geklappt ...

Es brauchte echte 5 bis 6 Wochen bis das Eis zwischen Géro und Tom dann endlich brach. Inzwischen sind sie ein Dreamteam. Tom findet in Géro seinen großen Bruder, zusammen gehen sie durch Dick und Dünn. So ergibt sich eine ideale Ergänzung. Beide können meist ohne Leine laufen und kontrollieren sich gegenseitig. Tom passt immer ganz genau auf, wo Géro sich herumtreibt und vermittelt zwischen ihm und Herrchen. Draußen hört Tom inzwischen recht gut, es hapert allerdings noch deutlich bei den Feinheiten.

Die Routinen hat er allerdings schon kennengelernt. So spielt sich jeden Morgen folgender Krimi ab: Wir kommen von unserer Gassi-Runde wieder nach Hause und gehen da immer durch den Kellereingang - wir müssen ja erst gemeinsam unsere 12 Pfoten putzen bevor es nach oben zu Frühstück gehen kann. Hier gibt es eine feste Ordnung: nach Alter. Erst Hendrix dann die anderen. Sind die Pfoten geputzt stehen sie an der Türe, die nach oben führt.

Das Öffnen der Türe gleicht dem Öffnen des Startkastens: alle drei Hunde ergießen sich explosionsartig in den Flur und fliegen die Treppe hoch. Zunächst ist Hendrix vorn. Er kann sich Kraft seiner Masse am Anfang einen Vorteil verschaffen. Doch schon an der dritten Stufe ist Tom auf gleicher Höhe. Wichtig ist der Punkt an der Kurve am Ende der Treppe. Hier geht es in die Zielgerade. Wer hier die Nase vorn hat, hat die Chance als erster seinen Fressnapf zu erreichen. Tom hat einen kleinen Nachteil: sein Napf ist etwas weiter entfernt (ca. 2,5 m). Dieses Handicap spielt für ihn eigentlich zu keiner Zeit eine Rolle: Er ist sowieso der Erste!

Schaut man ihm beim Fressen zu, versteht man den Begriff "Kampffresser". Seit Tom in unserem Haushalt ist, sehen die Fressnäpfe der Hunde immer aus wie NEU: sobald alle fertig sind beginnt er mit der Wäsche und Politur.

 

Kann man solchen Augen widerstehen?